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Maßnahmendatenbank

Integrierte Energetische Quartierssanierung im ländlichen Raum

Kommune / Landkreis

Werra-Meißner-Kreis / Werra-Meißner-Kreis

Beschreibung

Das interkommunale Projekt „Integrierte Energetische Quartierssanierung im ländlich geprägten Raum“, kurz IEQ, basiert auf der KfW-Förderlinie 432 „Energetische Stadtsanierung“ und ist das Ergebnis der konsequenten Fortführung des im Jahr 2012 beschlossenen kreisweiten Klimaschutzkonzeptes, das unter Mitwirkung aller Kommunen des Werra-Meißner-Kreises im Jahr 2011 erstellt wurde. Das Modellvorhaben besteht aus einer Konzept- und einer Umsetzungsphase. Ziel des Modellvorhabens ist eine deutliche Steigerung der Sanierungsquote des Gebäudebestandes sowie die Umsetzung zukunftsorientierter Ansätze zur Dorf- und Regionalentwicklung in den ausgewählten Quartieren in Eschwege, Großalmerode, Herleshausen, Meißner-Germerode, Ringgau-Netra und Witzenhausen. „Integrierte Energetische Quartierskonzepte“ berücksichtigen neben energetischen Aspekten auch sozialgesellschaftliche Bereiche wie Demographie und Wohnen im Alter sowie Gebäudeleerstände. Sie sind daher insbesondere auch für den ländlichen Raum geeignet. Auf der Quartiersebene ist es möglich, die Menschen direkt anzusprechen und gemeinsam mit ihnen konkrete Lösungen zu entwickeln. Das Besondere an diesem Modellvorhaben ist, dass unter der Koordination des Landkreises für sechs Kommunen gleichzeitig Quartierskonzepte erstellt wurden, was im Förderprogramm der KfW bisher nicht vorgesehen war. Damit konnten Synergieeffekte genutzt und ein Erfahrungsaustausch angestoßen werden. Die Konzeptphase gliedert sich in die Bereiche Bestandsanalyse, Potentialanalyse, Akteursbeteiligung und die Maßnahmenentwicklung auf der Quartiersebene. Darüber hinaus wurde untersucht wie eine interkommunale Zusammenarbeit aussehen kann und wie ein gemeinsames Sanierungsmanagement aufgestellt sein muss. Die Bestandsanalyse erfolgte über die Bereiche Gebäude, erneuerbare Energien sowie Verkehr und Mobilität. Die Datenerfassung für die energetische Bewertung und Einstufung der Gebäude basiert auf GIS-Daten und Gebäudetypologien. Die vorhandenen Erneuerbare Energien wurden hinsichtlich der Nutzung unterschieden in Nutzung aus Biomasse und Solar. Im Verkehrs und Mobilitätsbereich wurden der Energieverbrauch sowie die CO2-Emissionen nach dem Verursacherprinzip errechnet. Bei der Potentialanalyse wurde untersucht, welche Möglichkeiten der Energieeinsparung und Effizienzsteigerungen durch die Nutzung von Biomasse und Solarenergie, sowie der Verbesserung der energetischen Qualität der Gebäude und den städtebaulichen Potentialen stecken. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Rahmen der Entwicklung ist die Mitnahme und Beteiligung der Akteure vor Ort. So wurden neben vielen Einzelgesprächen in jeder Kommune mehrere Informationsveranstaltungen und Workshops durchgeführt, in denen aufbauend auf den Ergebnissen der Bestandsanalyse konkrete Maßnahmenvorschläge entwickelt wurden. Dabei spielte neben dem Thema Energie besonders das Thema Wohnen im Alter eine große Rolle. Im Rahmen der Konzeptentwicklung ergaben sich einzelne Ansatzpunkte in den gemeinsamen Sitzungen der Lenkungsgruppe und dem Austausch einzelner Akteure untereinander. Es wurde schnell deutlich, dass die interkommunale Zusammenarbeit erst bei der konkreten Umsetzung von Maßnahmen zum Tragen kommen wird. Die Konzeptphase wurde mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Wie geht es weiter? Die Fortführung des Modellprojekts als interkommunales Sanierungsmanagement ist bei der KfW beantragt und wird voraussichtlich Mitte 2018 starten. Dabei sollen die im Rahmen der Konzeptphase erarbeiteten Maßnahmen konkretisiert und umgesetzt sowie weitere Ansätze entwickelt werden. Die Steuerung soll durch ein zentrales Sanierungsmanagement erfolgen, wobei verschiedene Fachleute als Expertenteam kostenlose und hochwertige Beratungsleistungen als „Individuelle Sanierungsfahrpläne“ für private, gewerbliche und kommunale Gebäudeeigentümer anbieten. Der Modellcharakter des Projektes ist weitergehend dadurch begründet, dass ein Teil der Beratungsleistungen auch außerhalb der Quartiere im Kreisgebiet erfolgen kann, um eine breitere Wirkung des Projektes für das gesamte Kreisgebiet zu erreichen. Der Werra-Meißner-Kreis setzt mit der Unterstützung von Land und Bund mit diesem Modellvorhaben die Inhalte des Klimaschutzkonzeptes auf Quartiersebene um und entwickelt den Klimaschutzprozess auf kommunaler Ebene weiter. Dieser kann einen wesentlichen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Städte und Gemeinden, aber auch der gesamten Region, leisten, denn Klimaschutz bedeutet konkrete Investitionen in die Zukunft des Landkreises und seiner Kommunen. Mit der Umsetzung der vorliegenden Konzepte wird daher ein integrierter Ansatz verfolgt, der verschiedene Aspekte aus den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales gleichermaßen aufgreift.

Handlungsfeld

Bautechnik und energetische Sanierung

Typ

Studien- und Konzepterstellung, Machbarkeitsuntersuchung

Finanzierung

(teil-)finanziert durch Förderprogramm

Status

laufend

Ansprechpartner

Herr Lückert


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